Ortsfamilienbücher als beliebte Quellen der Familienforschung

Wer kennt sie nicht, die mühsame Suche nach den Lebensdaten der Ahnen, die das Grundgerüst einer jeden Familienforschung bilden. Wie viel Arbeit bleibt einem erspart, stößt man in seinen Recherchen auf Ortsfamilienbücher (OFB) zu Städten und Dörfern, in denen die eigenen Vorfahren lebten. Die Fülle solcher Bücher ist schwer zu überschauen, zumal seit dem Inkrafttreten der DSGVO leider einige Verzeichnisse nicht mehr zugänglich sind. Doch bietet allein die Übersicht über Online-Ortsfamilienbücher des Vereins für Computergenealogie e. V. (CompGen) mit knapp 800 OFBs den Zugang zu 11,5 Millionen Personendatensätzen.

Auch die Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung hat über die Jahre viele Forscherinnen und Forscher bei der Veröffentlichung von OFBs unterstützt. Maßgeblich dafür verantwortlich, dass in unserer Reihe “Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher” (MOFB) über 100 Publikationen herausgegeben werden konnten, war unser Vereinsfreund Frank Fuchs. Seine Fußspuren waren bisher zu groß, um nach seinem viel zu frühen Tod Ende 2018 einen Nachfolger finden zu können.

Auf unserer Internetseite zu den MOFBs ist eine Karte zu finden, auf der die von der AMF herausgegebenen Bücher eingezeichnet sind. Sie lässt sich Scrollen und verschieben, so dass in den eigenen Forschungsregionen nach MOFBs gesucht werden kann. Einen beträchtlichen Mehrwert für Forschende, die sich ob eines Auftauchens ihrer Ahnen in den jeweiligen Orten nicht sicher sind, stellen Namens- und Ortsregister da, deren aufwendige Erstellung nicht genug gewürdigt werden kann. Hinter jedem MOFB, das in der Karte dargestellt wird, verbirgt sich eine Verknüpfung zu den jeweiligen Online-Registern. Diese wurden bei GenWiki eingepflegt und können durch je einen Klick auf das Symbol in der Karte (aufgeschlagenes Buch) und den Link in der sich öffnenden Kurzbeschreibung aufgerufen werden.

Geplant ist, in die Karte auch alle Ortsfamilienbücher aufzunehmen, die in unserem AMF-Archiv in Leipzig eingesehen und bestellt werden können.

Bleibt zu wünschen, dass in Zukunft Familienforscher, die in mühevoller Kleinarbeit Ortsfamilienbücher erstellen, auch in der AMF wieder eine Ansprechpartnerin finden, die sie im Falle eines Veröffentlichungsvorhabens unterstützen kann. In welcher Form, ob gedruckt oder als Online-OFB, darüber lässt sich sicherlich diskutieren.

Daniel Pfletscher

Daniel Pfletscher

Mitglied AMF 2529, GFF 2698

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