Kriegsgefallene und Kriegsteilnehmer

Wieder einmal gemütlich zusammensitzen, Forschungsergebnisse austauschen, einander Ratschläge geben und gegenseitig motivieren – das wünschen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Saale-Orla schon seit längerem. Da im Frühjahr ein ungezwungenes Treffen immer noch nicht in  Aussicht stand, fand auch unser letztes AK-Treffen am 24. Juni virtuell statt. „Kriegsgefallene und Kriegsteilnehmer“ waren das Thema unseres Gesprächsabends mit 14 Teilnehmenden.

Viele Generationen vergangener Jahrhunderte haben aktiv kriegerische Auseinandersetzungen erlebt, ob im Felde oder „an der Heimatfront“. Deshalb kommen wir in der Ahnenforschung auch nicht drumherum, uns mit Kriegsgeschehnissen auseinanderzusetzen. Solche einschneidenden geschichtlichen Ereignisse sind oft umfangreich dokumentiert, weshalb unzählige Primär- und Sekundärquellen auf Auswertung warten. Wer sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzen will, muss zwangsläufig Staats-, Regional- und Kommunalarchive aufsuchen. Wir beschäftigten uns allerdings in erster Linie mit Beständen und Datenbanken, die online zu finden sind.

Die meisten Leserinnen und Leser des Beitrages werden ihre Erfahrungen mit solchen Quellen gemacht haben und vielleicht auch einen Großteil der nachfolgenden bereits kennen. Trotzdem möchten wir den kleinen Veranstaltungsrückblick nutzen, um die einander vorgestellten Webangebote und -portale hier aufzuführen und einige etwas  näher vorzustellen. Die Übersicht erhebt naturgemäß keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wer weitere hilfreiche Online-Quellen und -Findmittel kennt, kann uns gern teilhaben lassen, beispielsweise in den Kommentaren. Mit Ihrer Hilfe kann die Übersicht sukzessive ergänzt werden.


Volksbund Gräbersuche

Die Gräbersuche des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. zählt vermutlich zu den bekanntesten Quellen für die Suche nach Kriegsgefallenen und -vermissten der beiden Weltkriege und auch des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71. Es dürfte niemanden geben, der hier nicht fündig wird. Bei der Suche ist allerdings darauf zu achten, dass die Datenbank oft nicht alle Angaben enthält, weswegen Suchoptionen nicht zu sehr eingeschränkt werden sollten. Auch muss mit Erfassungsungenauigkeiten bzw. Fehlern in den zu Grunde liegenden Quellen gerechnet werden. Personen- wie auch Ortsnamen werden in verschiedenen Schreibweisen und Abkürzungen zu finden sein.

Ein Permalink zur Dokumentation der Entdeckungen wird nicht angeboten, die jeweiligen Personendaten können aber ganz unkompliziert als PDF exportiert und in der eigenen Datenbank gesichert werden.

Neben der Gräbersuche bietet der Volksbund auch eine sehr umfangreiche Datenbank für die Suche nach Kriegsgräberstätten mit Beschreibungen der Anlagen an. Wer Gedenkorte besuchen will, wird hier viel Hilfreiches finden. Sogar die Möglichkeit, Grabschmuck für die Angehörigen zu bestellen, besteht, was sehr gut funktioniert, wie uns AK-Mitglieder bestätigen konnten.


Denkmalprojekt

Das Denkmalprojekt ist ein Angebot von Familienforschenden für Familienforschende. Zu finden sind hier aktuell über 3,7 Millionen Namen. Recherchieren lässt sich nicht „nur“ nach Denkmälern, die regional nach Staaten und Bundesländern sortiert sind, sondern auch in Verlustlisten und Totenzettelsammlungen

Beim Denkmalprojekt handelt es sich um ein klassisches Mitmachprojekt. Einige aus unserer Runde konnten berichten, wie einfach es ist, daran Teil zu haben. Immer wieder entdeckt man Gedenkorte, die noch nicht verzeichnet sind. Neben den aufgeführten Namen können Fotos und Informationen allgemeiner Art zum jeweiligen Denkmal eingereicht und demzufolge auch gefunden werden.


GenWiki

Das Portal Militär im GenWiki des Vereins für Computergenealogie ist ein sehr guter Ausgangspunkt für eine Fülle an Informationen und Projekten zum Thema, beispielsweise die digitalisierten deutschen Verlustlisten des Ersten Weltkrieges (Verwundete, Vermisste und Gefallene). Dank des von Compgen initiierten Erfassungsprojektes kann man in der Datenbank direkt nach Namen suchen, ohne sich mühselig durch die Listen blättern zu müssen.


Arolsen Archives

Die Arolsen Archives unterhalten das weltweit umfangreichste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Ein Großteil der etwa 30 Millionen Dokumente ist online verfügbar.


Tageszeitungen

Eine hervorragende Quelle zu aktuellem Tagesgeschehen, auch aus Kriegszeiten, sind Zeitungen. Zusehends mehr Titel historischer Zeitungen können online eingesehen werden. Ausgangspunkt sind oft die Digitalisierungsportale der Landesbibliotheken und -archive. In den Tageszeitungen wurden nicht nur Nachrichten aus dem Felde veröffentlicht, sondern auch Krieger-Ehrentafeln, Todesanzeigen gefallener Soldaten und vieles mehr.

Zugang zu Zeitungen erhält man beispielsweise hier:

  • Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek – journals@UrMEL
  • Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek – Tageszeitungen
  • Bayerische Staatsbibliothek – digiPress

Vermisstenbildlisten “VBL”

Eine Quelle, die noch nicht allzu weit verbreitet zu sein scheint, sind die Vermisstenbildlisten „VBL“ des DRK-Suchdienstes. Dieser Umstand liegt vielleicht daran, dass die zugehörige Website nicht sonderlich zeitgemäß ist und man nicht unvorbereitet recherchieren kann. Für eine etwas umständliche Suche nach Bildern von Angehörigen werden die Feldpostnummer, die Truppenanschrift oder der Lagerstandort benötigt. Sei es drum, wer über die gewünschten Informationen verfügt, kann über die Datenbank auf Bilder seiner Vorfahren stoßen.


Archiv- und Bibliotheksportale

Digitale Sammlungen werden von vielen Archiven und Bibliotheken bereitgestellt, darunter auch Sammlungen, die militärische Angelegenheiten betreffen. Beispiele sind:


Kommerzielle Anbieter

Ancestry gehört zu den bei Familienforschenden populärsten Anbietern. Zahlende Nutzer haben beispielsweise auf folgende Sammlungen Zugriff:


Foren

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass es im Internet zahlreiche Foren gibt. So lohnt sich ein Blick beispielsweise ins Forum der Wehrmacht , wenn man Hintergrundinformationen zu militärischen Einheiten oder Beschreibungen von Uniformen sucht, die man auf Fotos entdeckt hat.

Daniel Pfletscher

Daniel Pfletscher

Mitglied AMF 2529, GFF 2698

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